Marinekameradschaft Forchheim/Obfr. e.V.
Absegeln
Der Auftakt in Hof beim Jollenmehrkampf Anfang Mai zeigte, wo wir etwas tun müssen. Uns fehlte die ... [Weiterlesen]
Interboot 2014
Messebesuch der Marinejugend in Friedrichshafen am Bodensee.
... [Weiterlesen]
Besucher:54741
Absegeln am 04.10.2014

Ende einer erfolgreichen Segelsaison
Der Auftakt in Hof beim Jollenmehrkampf Anfang Mai zeigte, wo wir etwas tun müssen. Uns fehlte die Segelpraxis. Es ist nicht nur wichtig theoretisch zu wissen, wie sich ein Segelboot steuern lässt, sondern auch das „Erfahren“ und Üben unter den verschiedenen Wetter- und Windbedingungen.

Unsere Seglergruppe ist noch klein, aber die Jugendlichen die dabei sind, sind sehr aktiv und gut zu motivieren. So nahm sich MK-Jugendwart Peter Schulte vor, den „Traum“ vom eigen Schiff in die Realität umzusetzen.
Idealerweise ergab sich die Möglichkeit am Starnberg See in einer alten Werft, verwaiste Schiffe die schon länger nicht mehr in Gebrauch waren, sehr günstig zu erwerben.
Die Entscheidung fiel auf einen trailerbaren 18 Fuß Küstenkreuzer nach Kategorie C (max. sechs Windstärken und zwei Meter Wellenhöhe). Eine Micro Weyer gebaut nach den Microcupper-Regeln doppelschalig, unsinkbar mit ausreichend aufrichtendem Moment. Das Boot musste allerdings ein kleines Refit erhalten: Austausch der Luken und Fenster sowie Erneuerung der Elektrik und Polsterung. Klar, dass dieses Boot damit auch ein kleines „Schulschiff“ für die Forchheimer Marinejugend wird.

Mit der Micro Weyer und der Alezan wurde an insgesamt 8 Wochenenden auf dem großen Brombachsee gesegelt und die Praxis geübt. Learning by doing ist die Devise. Spaß und ein bisschen chillen ist auch dabei. Wenn da mal eine Kenterung mit der Jolle zu Händeln war, mit einem zweiten Schiff (Flag-/Mutter-/Schulschiff) lässt sich über Bord Gegangenes damit leichter einsammeln (Mützen, Brotbüchsen, Wasserflaschen etc.) und vor Ort Tipps für das Aufrichten geben. Wichtigster Vorteil, der Jugendwart ist vor Ort. Das gibt Sicherheit und er kann zur Not eingreifen.

Das Wasser am Brombachsee ist zu dieser Zeit angenehm warm, fast mediteran, so dass Ankern und Landgänge an den Sandstränden mit Schwimmen und Küste erkunden, zu einem echten Vergnügen wurde. Es wurden dabei auch Süßwasserquallen entdeckt, die sehr selten sind und nur in sehr sauberem Wasser vorkommen.

Der Wasserstand ist am Brombachsee dieses Jahr auf Grund des trockenen Winters um etwa 4m gefallen, somit wird das slippen erschwert. Daraufhin wurde ein fester Liegeplatz für die Zeit als Gastlieger genommen. Im Vorlauf waren eine Anmeldung und Genehmigungen beim Landratsamt, eine int. Bootszulassung beim ADAC sowie die Zulassung eines Elektromotors (weitere priv. Neuanschaffung, da der MK Motor keinerlei CE Zulassung und zu wenig Leistung hat) mit all seinen bürokratischen Notwendigkeiten zu meistern.

Mittlerweile hat sich eine richtige Routine bei den Jungs breit gemacht, das Aufklaren und Abtakeln sowie Anlegen und Festmachen ist ohne viel Stress in Fleisch und Blut übergegangen.
Andre´ der sich am Anfang mit viel Respekt dem ganzen Thema Segeln genähert hatte, ist in den Decksarbeiten eine Profi geworden und nimmt auch die Pinne und den Motor in die Hand, als hätte er bisher nix anders gemacht.

Auch konnte unser Neuzugang Luis seine Talente finden, dass wird mal ein prima Steuermann, feinfühlig und vorausschauend brachte er das Schiff alleine an den Steg und gemeinsam mit den Kameraden wurde das Schiff decksklar gemacht und sauber festgemacht, hier ein dickes Lob von mir (bekommt der eigene Sohn ja meist selten).

Die erfahreneren Lukas und „Opti“ Profi Jonas konnten sich schwer zwischen „Jacht“ und Jolle entscheiden und freuten sich beim Crew-Wechsel auf die Geräumig- und Bequemlichkeiten auf dem „Schulschiff“. Hier wurden dann auch die Erlebnisse und Erfahrungen gern geteilt und man holte sich Tipps vom Jugendwart und Skipper Peter.Mit dem Absegeln geht diese Segelsaison 2014 zu Ende und das Basteln und Werkeln an kleinem und großem Schiff geht weiter.

Zurückblickend kann man sagen es war eine sehr erfolgreiche Saison und sie war viel zu kurz.

Steigen die Begehrlichkeiten nach Regatten und Wettkämpfen, die nicht nur wegen der regattatauglichen Schiffe einen finanziellen Aufwand darstellen, sind auch die Nebenkosten, Kleidung und Fahrkosten bzw. Transporter (Bus) zu berücksichtigen. Hier steht dem Verein und dem Jugendwart noch ein hartes Stück Arbeit bevor und es bleibt spannend wie es weitergeht.

Um noch mal auf unseren Opti Profi Jonas zu kommen, er hat in diesem Jahr mit seinen erfolgreichen Teilnahmen an den DMB-Regatten mit Kontenbahn und Wurfleine die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften erreicht. Er hat jedoch auf einen Start verzichtet da das Material insbesondere das Rigg nicht der Konkurrenz gewachsen ist. Hier müssen wir materialtechnisch nachrüsten um Jonas in der kommenden Saison die Chancen nicht zu verbauen. Der Aufwand mit ca. 200 € und ist beim Opti nicht so teuer, für die Jugendkasse aber dennoch viel Geld. (Spenden nehmen wir herzlich gerne an!)

Im Übrigen: Der MK MJ Jugendwart motiviert bei einem Teamevent seine Chefs und Arbeitskollegen zu einem Segeltörn auf einem ZK10 am kleinen Brombachsee. Es waren alle begeistert von diesem schönen Schiffstyp (eine gepflegte Holzversion), dessen Platzangebot und Segeleigenschaften ein tolles Gruppenerlebnis vermittelt. Die Gruppentauglichkeit bei diesem Schiffstyp ist ideal für die Gesamte Marine und Marine-Jugend und gibt damit es ein klares Ziel für eine weitere Ergänzung der Vereinsflotte, wenn die Mitgliederzahlen bei der aktiven und Jugendlichen zunehmen. Jedoch wird das ohne Sponsor noch ein Traum bleiben.


Zurück zur Übersicht
© 2012 MK Forchheim